Blaue Karte EU (Blue Card)

Das sog. Bluecard-Gesetz trat am 1. August 2012 in Kraft. Es enthält u. a. insbesondere zahlreiche Erleichterungen für die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern / Arbeitnehmerinnen und Studierenden.
Beispielsweise erlaubt § 19 a AufenthG die Beschäftigung von bestimmten Berufsgruppen mit Fachkräftemangel (z. B. Ingenieure, Mathematiker, Ärzte und IT-Fachkräfte) bereits bei einem Mindestbruttoeinkommen von 40.560 Euro jährlich (andere Fachkräfte: 52.000 Euro brutto jährlich gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a Beschäftigungsverordnung, Stand 2018).
Durch die sog. Zustimmungsfiktion der Arbeitsagentur für die Arbeitsmarktprüfung und Prüfung der Arbeitsbedingungen können ausländische Arbe itnehmer / Arbeitnehmerinnen künftig schneller beschäftigt werden, denn wenn die Arbeitsagentur nicht innerhalb von zwei Wochen reagiert und auf Zustimmungsanfrage der Ausländerbehörde mitteilt, dass die Informationen nicht ausreichen oder der Arbeitgeber nicht alle nötigen Auskünfte erteilt hat, gilt die Zustimmung zur Beschäftigung als erteilt.
Ein Visum zur Arbeitssuche für neu einreisende Fachkräfte kann für bis zu sechs Monaten (§ 18c neu AufenthG) erteilt werden.
Auch Familienangehörige (Ehepartner, Lebenspartner) von Fachkräften oder qualifiziert tätigen Hochschulabsolventen erhalten einen uneingeschränkten Arbeitsmarktzugang, da sowohl die Zustimmung der Arbeitsagentur und eine Arbeitsmarktprüfung entfallen.
Für die Beschäftigung von ausländischen Studierenden gilt neu, dass ab dem 1. August 2012 diese statt bisher 90 ganze bzw. 180 halbe künftig 120 ganze bzw. 240 halbe Tage pro Jahr Beschäftigung neben dem Studium arbeitserlaubnisfrei ausüben dürfen.
Ausländische Absolventen deutscher Hochschulen dürfen nunmehr zur Arbeitssuche 18 statt bisher 12 Monate zur Arbeitssuche benötigen, sodass für diese Dauer künftig jede Erwerbstätigkeit gestattet ist.